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2013-10-14

Optimale Position zentraler Veranstaltungen

Wie wichtig ist es, Parteitage und Stammtische in die Mitte der Region zu legen?

Abstract

Der Unterschied zwischen optimaler und suboptimaler Lage eines Treffpunktes über die Fläche verteilter Teilnehmerinnen erweist sich als kleiner als vermutet.  Das legt nahe, andere Kriterien (Lage an Verkehrslinien, preisgünstige Veranstaltungsräume und Übernachtungsmöglichkeiten, besonders kurze Anreise für Transporteure voluminöser Gerätschaften usw.) in Betracht zu ziehen.

Einleitung

Piratenintern hatten wir kürzlich (Mittelerde-Barcamp) die Diskussion, wo zentrale Veranstaltungen (von Stammtisch bis hin zum BPT) stattfinden sollten.  Da ist es naheliegend, den Mittelpunkt des Einzugsgebietes zu nehmen (über eine Gewichtung nach Teilnehmerinnendichte usw. kann man natürlich nachdenken, das ändert das Problem aber nur marginal).  Für mich ergab sich daraus zwangsläufig die Frage: Wie optimal ist das wirklich, und wie groß ist der Vorteil?

Ergebnisse

Nehmen wir zuerst den einfachsten Fall: Wir haben zwei Personen A und B, und die wohnen an den Positionen "0" und "1" einer geraden Strecke.  Dann sind alle Punkte im Innern der Strecke gleichwertig - wenn wir den Treffpunkt ein wenig nach rechts verschieben, muss A um diesen Betrag weiter fahren, B entsprechend weniger.  Erst bei einem Treffpunkt außerhalb des Einzugsgebietes nimmt die Fahrstrecke zu.
Zu dritt ändert sich das ein wenig - B wohnt jetzt in der Mitte, die Summe der Fahrstrecken für A und C ist weiterhin konstant, aber bei außermittiger Lage des Treffpunktes muss B fahren.  Jetzt sind die Endpunkte etwas (um 50%) schlechter als der Mittelpunkt.
Man sieht schon, wo das hingeht - wenn wir die Anzahl hochsetzen, erhalten wir eine Parabel im Innern und eine zur Parabel tangentiale lineare Steigerung außen.  Hier ist ein Beispiel für 40 Teilnehmerinnen:
Wie man sieht, ist die Streckensumme für den ungünstigsten sinnvollen Treffpunkt jetzt doppelt so groß wie für den Mittelpunkt.  Zweitens bedenke man, dass Parabeln in der Nähe des Scheitelpunktes relativ flach verlaufen - wenn man mäßig vom Optimum abweicht, ist der Schaden gering (das gilt allgemein für Optimierungen stetiger Größen).  So beträgt die optimale Summe (d.h. Treffpunkt bei 0.5) im letzten Beispiel 10.26 Einheiten.  Wenn man um 10% der Ausdehnung des Einzugsgebietes abweicht, wächst sie nur um 0.39 Einheiten auf 10.65.

In zwei Dimensionen ist das etwas schwieriger.  Wie beginnen mit der kleinsten Variante: Ein Quadrat mit vier an den Ecken wohnenden Teilnehmerinnen.  Das Optimum liegt klar in der Mitte, aber ist nicht mehr komplett gleichgültig.  Wenn man den Treffpunkt entlang der Diagonalen AC verschiebt, ändert sich für die Summe  der Entfernungen für A und C nichts.  Für B und D steigt aber der Aufwand geringfügig - die Hypothenuse eines rechtwinkligen Dreiecks ist immer länger als die längste Kathete.  Allerdings ist dieser Unterschied vernachlässigbar klein, wenn die kurze Kathete sehr kurz ist.  Im Extremfall (Treffpunkt an einer der Ecken) ist die Summe um ca. 20% größer als das Minimum.
 
Auch hier nimmt der Nachteil eines dezentralen Treffpunktes zu, wenn Leute im Innern der Fläche wohnen.
Für 9 Personen sieht das Diagramm so aus:
Der Nachteil der Ecken gegenüber dem Mittelpunkt beträgt jetzt 52% (7.36 statt 4.83 Einheiten).

Jetzt nehmen wir wieder eine Teilung der Kantenlänge in 39 Teile (d.h. 40×40=1600 Teilnehmerinnen).  Das Bild sieht dann so aus:
Jetzt ist die Eckposition doppelt so schlecht wie der Mittelpunkt.  Aber eine Verschiebung des Treffpunkts um je eine Zehnteleinheit nach Norden und Osten bewirkt nur eine Verschlechterung um 4.4%.

Methoden

Auf Methoden der höheren Mathematik wurde in der gesamten Arbeit verzichtet, wenn auch der eindimensionale Fall im Grenzwert von ∞ vielen Teilnehmern damit triviel zu behandeln ist.  Alle Berechnungen wurden unmittelbar in gnuplot durchgeführt und dargestellt.  Hier sind die verwendeten Funktionsdefinitionen.
        User-Defined Functions:
        f(x,a,n)=abs(x-(1.0*a/n))
        g(x,n)=gs(x,n,n)
        gs(x,m,n)=(m<0)?0:(f(x,m,n)+gs(x,m-1,n))
        hyp(x,y)=sqrt(x*x+y*y)
        F(x,y,a,b,n)=hyp(x-1.0*a/n,y-1.0*b/n)
        G(x,y,n)=Gss(x,y,n,n)
        Gss(x,y,m,n)=(m<0)?0:(Gss(x,y,m-1,n)+Gs(x,y,m,n,n))
        Gs(x,y,m,r,n)=(r<0)?0:(Gs(x,y,m,r-1,n)+F(x,y,m,r,n))
Dabei sind die Funktionen für den eindimensionalen Fall mit Kleinbuchstaben, die für den zweidimensionalen Fall mit Großbuchstaben bezeichnet.  f(x,a,n) liefert die Fahrstrecke für Teilnehmerin a (von 0..n) zum Treffpunkt x, analog F(x,y,a,b,n)n+1 bezeichnet jeweils die Zahl der Teilnehmerinnen entlang einer Dimension.  gs, Gs und Gss sind rekursive Hilfsfunktionen (gnuplot erlaubt Rekursion, sofern man mit Hilfe des ternären Operators die Terminierung garantiert).  Da die Division ganzer Zahlen in gnuplot auch als Ganzzahldivision ausgeführt wird, wurde sicherheitshalber an allen relevanten Stellen "1.0*" eingebaut (da der Funktionsparser in gnuplot von links nach rechts arbeitet, reicht das - richtig sicher wäre "(1.0*a)/n" statt "1.0*a/n").
Für die Forschungen wurden keine tentakeligen Versuchstiere belästigt oder getötet (tentakellose sind irrelevant).

Possible conflicts of interest

Der Autor betreibt keinen Trollibusdienst und strebt kein Bundestagsmandat an.

2013-03-09

Vortragsnotizen aus "Zu Islamfeindlichkeit und antimuslimischem Rassismus"

Vortragsnotizen aus "Zu Islamfeindlichkeit und antimuslimischem Rassismus"

  • Referentin: Pia Probst (NIR)
  • Teil der Vortragsserie "Als die Salafisten kamen..."
  • 3 Vorträge jeweils im Religionswissenschaftlichen Institut, Schillerstraße 6, 04109 Leipzig, Raum S-102, 19:00
    • 2013-03-04 "Zu Islamfindlichkeit und antimuslimischem Rassismus", Pia Probst (NIR)
    • 2013-03-18 "Salafit_innen", Florian Illerhaus (Religionswissenschaft)
    • 2013-03-25 "Medienereignis Salafismus", Hannah Schultes und Sebastian Friedrich (NARI)
    • Veranstalter:
  • Stichpunkte (werden ergänzt und korrigiert, sobald das Vortrags-PDF im Netz verfügbar wird). Fehler sind meine. Anmerkungen in eckigen Klammern sind von mir.
  • Anlass der Vortragsreihe: NPD-Hetze und Gegenaktionen im Umfeld der Moschee Roscherstraße, 2012
  • FB-Seite der Veranstaltung

Gliederung

  1. Antimuslimischer Rassismus - gibt es das überhaupt?
  2. Was ist Antimuslimischer Rassismus?
  3. Kulturalisierung des Islam
  4. Mediale Diskurse in der BRD
  5. Begriffsdiskussion

1. Antimuslimischer Rassismus - gibt es das überhaupt?

  • Untersuchung vo Heitmeyer 2011
    • 68% der Muslime werden (mindestens) oft diskriminiert
    • 17% erlebten, dass sie selbst oder Verwandte wegen des Kopftuchs belästigt wurden (da nur 20-30% der Muslimas Kopftuch tragen, ist das ein erheblicher Anteil)
    • Muslime vermeiden Moscheebesuche aus Furcht, dabei beobachtet und später angegriffen zu werden
  • Studie über Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (im weiteren als "GMF" abgekürzt), 2007
    • 28% der Befragten befürworten ein Einwanderungsverbot für Muslime
  • Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2012, http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_12/mitte-im-umbruch_www.pdf, S. 86 ff.
    • 57% der Deutschen lehnen volle Rechte für Muslime ab

2. Was ist Antimuslimischer Rassismus?

  • Es gibt kulturalisierenden Rassismus, welcher ohne die (ohnehin falsche) Behauptung der Existenz von Rassen funktioniert. Er konstruiert die Objekte seiner Diskriminierung erst.
  • Kriterien
    • Homogenisierung
      • Annahme, dass sich Gruppenmitglieder aufgrund der Übereinstimmung in einem Merkmal auch in anderen Merkmalen gleichen
        • führt zu Essenzialisierungen wie "der Islam", "der Westen"
      • Polarisierung, Dualismus
        • Zwei Kulturen werden als unvereinbar gegenübergestellt
    • Bewertung
      • Anmerkung: selbst positiv formulierte Bewertungen sind oft negativ
      • Legitimierung von Hierarchien
    • Privilegierte Sprecherposition
      • wer rassistische Äußerungen tätig, hat vom Rassismus oft direkte oder indirekte (d.h. für seine Gruppe) Vorteile

3. Kulturalisierung

4. Mediale Diskurse

5. Begriffsdiskussion

  • [im PDF eventuell falsch als "6." numeriert]
  • Vergleich verschiedener Bezeichnungen
    • "Islamophobie"
      • psychologisierend (Angst)
      • zielt auf Islam statt Muslime
    • "Islamfeindlichkeit"
      • besser, aber immer noch "Islam" statt "Muslime"
      • "Muslimfeindlichkeit" vorgeschlagen, aber nicht verbreitet
    • "Antimuslimischer Rassismus" (Shooman)

Anschließende Fragerunde/Diskussion

[nur teilweise notiert]
  • Kann man noch aufklärerisch diskutieren?
    • Ja, aber nicht homogenisieren/essenzialisieren (s.o.)
    • Nicht "Aufklärung" und "Westen" gleichsetzen
  • Unterscheidung "Islamfeindlichkeit" ↔ "Muslimfeindlichkeit", um Ablehnung einer Ideologie von GMF abzugrenzen?
    • im Prinzip ja, aber "Islamfeindlichkeit" ist besetzt
    • Rassisten verwenden "Islamkritik" für sich, um die Abgrenzung zu erschweren
  • Die NPD verwendet den Fakt, dass antimuslimische Äußerungen weniger kritisiert werden, als Einstiegsrassismus in der Propaganda

2013-02-17

Notizen von der Crowdfunding-Veranstaltung der Piraten-HSG Leipzig

Syntax: Wiki

= Piraten-Hchschulgruppe =

* <2013-02-12 Di 19:00> Bibliotheca Albertina
* Gast: Lars von Visionbakery (im weiteren "+VB")

= Einige Fakten =

* Wenn das gesammelte Geld nicht reicht, geht es an die Einzahler zurück
* Einnahmen der Visionbakery selbst: Provision aus den Einnahmen der
erfolgreichen Projekten

* Alternative Einnahmequelle anderer Crowdfunding-Unternehmen:
Spendenanteil an den Einzahlungen
* Startnext macht auch etwas anderes
** nachgeschlagen: offenbar sind Premium-Dienste gemeint
http://faq.startnext.de/Premium_Services/id/Welche+Dienstleistungen+werden+von+Startnext+angeb-182/modul/Premium+Dienste/aid/225

= Fragen =

* Umgang mit betrügerischen Projekten
** noch nicht vorgekommen
** +VB prüft die Identität desd Projektinitiators und die Verwendung des Geldes
** rechtlich abgesichert
** Geldgeber kann Initiator verklagen
** ohne Reputation bekommt man ohnehin nicht viel Geld zusammen

* Größe der Projekte (Anmekrung z.T. Millionen $ in USA)
** in .de wenige und klein
** typisches Ergebnis: 150-200%
** größtes Eizelergebnis: ca. 15000 € gesammelt
** Unterschiede .de↔.us:
*** .de hat Förderstruktur, .us nicht ⇒ drüben mehr Spendiermentalität
*** Deutsche sind risikoscheuer

* Kann man mit nur 3 Bekannten ein Projekt starten?
** im Prinzip ja, aber Fangemeinde ist besser

* Warum soll man als Geldgeber der Crowdfunding-Plattform vertrauen
und nicht direkt der Band?
** Crowdfunding-Plattform ist nur eine Art Dienstleister (vorstellbar
wie Webhoster, nur mehr Leistungen)
** das Geld geht an das Projekt

* Kann mal als Künstler davon leben?
** schwierig
** Crowdfunding ist keine Alternative zu Verlagen, eher eine Ergänzung
** dient als Anschubfinanzierung

* Spieleprogramierung finanziert bei Kickstarter u.ä.: die ersten 1000
Geldgeber kriegen eine Erwähnung im Abspann
** bei +VB sind die meisten Projekte Film, Musik, soziales, da geht das schlecht
** immaterielle Wertschätzung, z.B. Postkarten von einem Sozialprojekt
** es kommen kaum Gelder von Firmen
*** Warum?
**** vermutlich weil die Firmen befürchten, dass ihr Engagement für
Schleichwerbung gehalten werden kann
**** weil es relativ unbekannt ist
**** Rechtssicherheit

* Anteil erfolgreicher Projekte?
** Erfolgrate 40-50%
** 80% des eingehenden Geldes erfolgreich (d.h. die erfolglosen
Projekte kriegen sehr wenig Geld eingeworben)

* Wäre das denkbar ohne Internet?
** definitiv nicht so gut
** Freiheitsstatue wurde teilweise aus Spenden finanziert

* Wäre eine Unternehmensgründung oder ein Forschungsprojekt an einer
Uni so machbar?
** ja

* Wie kann man Crowdfunding bekannter machen?
** fragen sie sich gerade selbst

* Ablehnungskriterien
** rechtsradikale oder gewaltverherrlichende Projekte

* (meine Frage) Bedrohung der Unabhängigkeit von Wissenschaft und
Kultur, wenn Crowdfunding sich massiv durchsetzt?
Erläuterung: Steuergerechtigkeit: 1 € Einkommen ≈ x ¢ Steuer,
Demokratie:1 Person = 1 Stimme, Stimmen verteilen Steuergelder.
Crowdfunding ergibt 1 € = 1 Stimme, das verschiebt das Gewicht und
wird ungerecht
** Problem bekannt, deswegen kann das keine Alternative zur
staatlichen Förderung sein

* Urheberrechtsfragen: nicht unmittelbar betroffen

* Gibt es Projekte unter freier Lizenz, z.B. CC?
** z.Z. nicht, alle Film- und Musikprojekte sind kommerziell
** Sozialprojekte sind sowieso anders

* (meine Frage) kann man den Crowdfunding-Betrqag so hoch ansetzen,
dass das Ergebnis hinterher frei ist?
** theoretisch ja, ist bei +VB noch nicht vorgekommen
** gibt es aber evtl. bei Kickstarter

* Blender Foundation macht spendenfinanzierte Filme, die werden auf Youtube veröffentlicht und einige Zeit später frei verfügbar

* Motivation der Unterstützer
** ∃ eine Untersuchung dazu, die will er heraussuchen

* Generelles Problem, dass bekannte Künstler leichter und mehr Geld
kriegen als unbekannte
** bekannt, nicht einfach

2011-06-09

Voltcraft hybrid solar charger SL-2

Dieses Teil habe ich vor ein paar Tagen bei Conrad entdeckt.
Funktionen: Aufladen von 2 NiMH-Zellen (ein Paar liegt bei) mit Sonne oder USB-Eingang; Laden von USB-Verbrauchern am USB-Ausgang.

2011-05-09

Hände dreckig durch Waschen

Dass allerlei Dinge im Haushalt wesentlich sauberer oder schmutziger sind als gedacht, hat sicher jeder schon mal gehört (ahnungslos gelandete Aliens würden (nach Durchführung der notwendigen Analysen) aus dem Klo trinken und sich auf Zahnbürste, Tastatur oder Küchenschwamm entleeren).

Aber es geht noch besser: Flüssigseife aus dem Spender kann so versifft sein, dass die damit gewaschenen Hände hinterher verkeimter sind als vorher. Das Paper (frei verfügbar) ist hier:

http://aem.asm.org/cgi/content/full/77/9/2898

Auf dem Bild sieht das dann so aus (das ist etwas groß, aber die Copyrightbestimmungen auf
http://aem.asm.org/cgi/content-nw/full/77/9/2898/F1 verbieten das Herunterladen und Wiederveröffentlichen, deswegen muss ich auf das Original verlinken - eingebettet ist ein kleines GIF, der Link zeig auf das große JPG, beide liegen bei AEM):



Die linken Bilder sind von vor dem Waschen, die rechten danach.
Die Bilder der oberen und unteren Reihe entsprechen verschieden stark kontaminierter Flüssigseife (zu Testzwecken mit Serratia marcescens angesetzt), die verwendete Konzentration in der unteren Reihe liegt ein wenig über der, die in den Spendern in öffentlichen Toiletten gefunden wurde. S. marcescens ist übrigens der Keim, mit dem man im Mittelalter Blutwunder (blutende Hostien usw.) vollbrachte, wenn man Juden ermorden wollte. Bei immungeschwächten Personen kann diese Art Krankheiten verursachen, im Versuch diente sie einfach als Marker.

Eine Aufschlüsselung über die Kontamination der Händer auf die verwendeten Spender sieht so aus (die beiden Balken rechts sind die Kontrollgruppe, dort wurden unverseuchte Spender verwendet):


Jetzt die gute Nachricht: Ernsthaft verkeimte Waschlösung fand sich nur dort, wo nachfüllbare Spender verwendet wurden. An Spendern, in denen die gesamte Flasche und die Dosierdüse nach Verbrauch getauscht wurden, bestand das Problem nicht.

Gefunden habe ich das alles im Blog von Jonathan Eisen (das ist der, der Meerwasser sequenziert hat und dabei eventuell eine vierte Lebensform entdeckt hat).

2011-03-12

Super-injunction

Wieder ein neues englisches Wort gelernt: Der Typ, der die Royal Wank of Scotland an die Wand gefahren hat, hat durchgesetzt, dass nichts reales über ihn berichtet werden darf, einschließlich dieses Verbots selber. Insbesondere darf man seinen Beruf nicht nennen (die korrekte Bezeichnung ist beleidigend, das Wort klingt wie Wanker). Falls jemand auf ihn verlinken will, bitte dieselbe Form nehmen (https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Fred_Goodwin), damit sich Google beim Gewichten nicht verzettelt.

Gefunden bei Charles Stross.

2011-01-21

Wieder mal Unicode

Google macht gerade Reklame für seine neuen Webfonts:

Mal sehen, ob das seit Jahren kaputtgemachte Unicode wieder repariert ist:

Dingir: ��
Mush3: ��
Vorschau geht.

PS: Nach dem Speichern: putt.

2010-12-13

Tchibo-USB-Mikroskop

Hier erstmal die Daten aus der Beschreibung:
  • 1.3 Megapixel
  • 8 LEDs (ringförmig um das Objektiv angeordnet)
  • USB-Kabel (ca. 1m)
  • Vergrößerung 10×-200× (sinnlose Angabe, da der Input eine Länge und der Output eine Pixelanzahl ist)
  • Auflösung: 2896 dpi (dass ist das sinnvolle Gegenstück zur vorhergehenden Zeile)

Erster Eindruck


Für 60 € darf man kein Wunder (oder gar ein "richtiges" Mikroskop) erwarten, man bekommt maximal eine Webcam mit kurzer Brennweite und ein wenig Mechanik drumherum. Die Halterung ist primitiv, aber wenigstens ein Teil davon saugt nicht: der Saugnapf zur Befestigung auf dem Tisch. Das ist aber zu verschmerzen, im Gegensatz zu ähnlich klapprigen Haltungen bei billigen Teleskopen, da man Mikroskope weder minutengenau ausrichten noch nachführen muss.

Betrieb


Suse 11.2/64


Dranstecken, mplayer tv:/// oder xawtv sagen, geht. Allerdings nur in VGA-Auflösung (d.h. 640×480), das liegt wohl an irgendwelchen Kernelmodulen, die das nicht besser können. Herumspielen an den vielen Optionen der beiden Programme hat nicht geholfen.

Suse 10.2/64


Dranstecken, probieren, System meckert: keine /dev/video0. Anlegen mit mknod hilft nicht - dann ist das Device da, aber geht nicht. Lösung nach Umgraben des kompletten Internets auf irgendwo bei Opensuse gefunden: Man hole sich uvcvideo (das Forum sagt "uvcvideo-r52.tar.gz", inzwischen liegt dort r104) von http://mxhaard.free.fr/download.html (dort gibt es auch die spca- und gspca-Treiber für Logitech-Webcams, falls die jemand brauchen sollte), bauen (gemäß enthaltener README), geht (allerdings auch nur in 640×480). Mit xawtv geht nichts (man bekommt nur ein schwarzes Fenster der Größe 320×240). Vom Mplayer hatte ich zwei Versionen: "1.0rc1-4.1.2" und "SVN-r29471-snapshot-4.1.2", nur der neuere geht. mplayer tv:// -vf screenshot erlaubt Screenshots (Taste 's' drücken).

Windows 7/64


Funktioniert mit der mitgelieferten Treiber-CD, weitere Versuche gab es noch nicht.

Testbild


(Streichholzkuppe)

2010-10-31

Wieder mal Golfstrom

Ich will schon mal nachschlagen, ob ich mir im Winter wieder das Bein breche oder so. Deswegen hier ein paar Bilder. Hier ist die Oberflächentemperatur:



Das sieht fast aus wie im Winter damals, aber das liegt wohl daran, dass die Temperaturdifferenz zum umgebenden Wasser an der Oberfläche nicht so groß ist. Zumindest die Strömung ist noch da:



Quelle ist wie immer NOAA

2010-10-07

Neue Verräterparteien

CDU-Wulff toleriert Islam, FDP-Brüderle fordert Lohnerhöhung - jetzt haben wir schon drei Verräterparteien.

2010-09-12

Google Streetview am Ende - Zensursula setzt Stopschilder ein


Hier ist das letzte Bild einer Kamerafahrt, bevor sie zu einem abrupten Ende kam.

Zufällig anwesende Verkehrsschilder wurden aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht, Personen wurden blau verpixelt.

2010-08-02

Cthulhu startet Luftwaffenmanöver

Gelegentlich umherfliegende Beobachtungskalmare (siehe http://tolweb.org/Ommastrephidae/19418) sind ja nichts besonderes mehr (war vor über einem Jahr auf Pharyngula und kurz danach bei Bruce Schneier), aber jetzt scheint es systematisch loszugehen (wird ja auch Zeit, in etwas über einem Jahr sind die Säugetiere schließlich weg (die Steintafeln stürzen wegen des Y13.0.0.0.0-Bugs ab)).

http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=can-squid-fly

Wie sich herausstellt, springen die nicht nur aus dem Wasser und gleiten, sondern schlagen mit den FlügelnFlossen und benutzen die Arme zum Lenken.

Das Paper ist hier: http://www.bio.miami.edu/robinson/research/jmollstud04.pdf
(die bei SciAm verlinkte Seite ist nur eine Paywall).

An den C-Waffen arbeiten sie noch (momentan führen die Kanäle der Giftdrüse zum Schnabel -- siehe http://venomdoc.com/venomdoc/Scientific_publications_files/2009_Fry_Tentacles_of_Venom.pdf, was für den luftgestützten Einsatz etwas unpraktisch ist).

In other news: Spirit fhtagn.
Ob da ein Zusammenhang besteht?

2010-07-05

Neues von Elysia

Die lustige Wasserschnecke mit geklauten Chloroplasten (Elysia chlorotica) versorgt wirklich, wie damals schon angedeutet, ihre Chloroplasten mit Genprodukten aus dem Zellkern der gefressenen Alge.

Ein Unpaper[0] ist hier: http://www.springerlink.com/content/j366g42454t38680/.

Ein Paper ist hier: Rumpho ME, Worful JM, Lee J, Kannan K, Tyler MS, Bhattacharya D, Moustafa A, Manhart JR.: "Horizontal gene transfer of the algal nuclear gene psbO to the photosynthetic sea slug Elysia chlorotica."

[0] Das ist, in Anlehnung an kopierabspielgesperrte "CDs", ein (z.B. durch Paywall) gegen Lesen geschütztes Paper.

2010-06-30

Vuvuzela tone holes - Tonlöcher

Since many people on teh intertubez asked for the positions and diameters of the needed holes, I write this post in both languages so that searchers will find it.
The single-piece vuvuzela available here in .de is 67 cm long (for users of imperialist units: 1 in=2.54 cm).
The hole positions are measured from the lower end.
The distance between the first and second hole is very inconvenient, I'll probably glue the first hole and drill another one closer to the second one. This should not cause a big difference - I still can optimize the diameter, and the sound is rather bad in the upper octave anyway, so this compromise should not cause trouble.
You should start with smaller holes first and then expand them by tuning.

Da viele Leute fragen, wie und wo man die passenden Tonlöcher bohren muss, habe ich das hier in beiden Sprachen geschrieben. Ich benutze eine einteilige Vuvuzela aus dem Baumarkt mit 67 cm Länge. Die Lochpositionen sind vom unteren Ende aus gemessen.
Der Abstand zwischen den ersten beiden Löchern ist unbequem für den kleinen Finger, wahscheinlich klebe ich das erste zu und bohre ein anderes weiter oben, wobei ich den Fehler durch Variation des Durchmessers korrigiere. Das kann zwar nicht in beiden Oktaven gleichzeitig klappen, aber in der oberen klingt das Instrument sowieso nicht gut.
Ich empfehle, die Löcher erstmal etwas kleiner zu bohren und dann beim Stimmen aufzuweiten.

Positions/Positionen
1. 29.7 cm
2. 34.5 cm
3. 37.7 cm
4. 40.8 cm
5. 45.0 cm
6. 48.3 cm
7. 51.0 cm

Diameters/Durchmesser
1. 7 mm
2. 5 mm
3. 4 mm
4. 5.5 mm
5. and 6. 4.5 mm
7. 4 mm

Data scaled approximately from/Daten aus folgendem Bild skaliert:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e1/Salmaj.jpg

Video:
http://www.youtube.com/watch?v=71PvcXxSX7A

2010-06-28

Thunfisch ist alle

NYT hat einen recht ausführlichen Artikel zur gerade anstehenden Ausrottung des Blauflossenthunfischs (Thunnus thynnus):
http://www.nytimes.com/2010/06/27/magazine/27Tuna-t.html?hpw=&pagewanted=all

Das die International Conspiracy to catch all tuna [0] das tut, was man von ihr denkt, war nicht verwunderlich. Sch0n anrüchiger ist das Ergebnis (oder besser Nicht-Ergebnis) der letzten Cites-Sitzung (März 2010).

Der Hintergrund für den fortgesetzten Fang (es handle sich um eine alte japanische Tradition) ist genauso erstunken und erlogen wie beim Walfang (Walfleisch wird japanischen Schulkindern von der Regierung aufgezwungen, freiwillig isst das niemand außer anderes Wort zur Vermeidung diplomatischer Verwicklungen gelöscht "Patrioten"). Roter Thun ist einfach ein teurer, perverser Luxus als Sushi-Füllung.

Noch weniger Verständnis ist allerdings für das Verhalten der EU möglich, welche erklärt hatte, selbst bei einem Cites-Erfolg weiter zu fangen.

Weltweit gibt es zwei Laichgebiete: Westliches Mittelmeer und Golf von Mexico, Laichzeit ist ab Juni. Die westliche Population wird gerade in Öl eingelegt.

[0] Die Suchhilfe von Google hat das auch schon gemerkt:

2010-06-27

Deutsch als Fremdsprache tut gut

Gefunden in der FR vom letzten Dienstag (2010-06-24), S. D3 in einem Vergleich der Bundesländer bezüglich des Bildungserfolges der Schulkinder:



Interessant ist vor allem, dass in der Deutschkompetenz gerade die beiden Bundesländer führen, in denen Deutsch eine Fremdsprache ist. Die Rangfolge in anderen Kompetenzbereichen weicht hiervon ab, es liegt also nicht (oder zumindest nicht allein) an irgendwelchen Unterschieden im Bildungssystem.

2010-06-17

Teh Horrorz of Web Design

Ich wollte gerade mal schnell eine Problemlösung zu NX (Beispiel hier von nomachine.it, aber andere sind auch nicht viel bequemer) ausdrucken und vorher den ganzen Mist, mit dem Wäppdisainer die Seite zumüllen, per Dom-Inspector rausnehmen (sonst bekommt oft man einen ganzen Stapel Papier voll Titelbalken, Banner, Seitenbalken usw.). Außerdem wollte ich die Gelegenheit nutzen, gleich die Tabellenbreite zu reparieren, das ging allerdings nicht - fast jedes Element hatte ein explizit in Pixeln (!) angegebene Breite (Anmerkung: wenn man schon sowas tun muss, dann nur für das alleräußerste Element in em, und alle inneren nur noch in % außer wenn triftige Gründe dagegen sprechen). So sah das dann (nach Entmüllung) aus:

2010-05-18

Hurra, wir kriegen Öl umsonst

Die Suppe im Golf nähert sich dem Loop Current (eine Strömung, die an der Südküste von Louisiana nach Osten zieht, dann um die Nase von Florida herum und in den Golfstrom).

Bilder gibt es hier:
http://www.weather.com/outlook/weather-news/news/articles/oil-spill-encounters-loop-current_2010-05-17

2010-05-15

Denkender Schleimpilz

Nicht, dass Ihr denkt, es wird erst dann lustig, wenn die Kopffüßer an Land kommen (man kann allerdings vorsorgen - die größte denkbare Gnade besteht darin, als erster gefressen zu werden). Inzwischen fangen die Schleimpilze an, Computer zu bauen (und sie tun das billiger als die Chinesen - so ein Plasmodium verlangt gerade eine Haferflocke am Tag).

Andrew Adamatzky[0] hat aus Agarplatten Schaltkreise geschnitzt, Physarum polycephalum[1] reingesetzt und ihm Haferflocken versprochen. Man musste nicht mal welche hinlegen - der "Pilz"[2] rennt brav geradeaus und weicht auch bei Verlockungen nicht vom Weg ab (alle Bilder aus [0]):

Physarum running straight across a X junction despite of food in the side street

Wenn man jetzt logische Gates bauen will, braucht man ein paar Grundformen und Physarum (oder dessen Abwesenheit, entsprechend 1 und 0) an den Eingängen.



[0] A. Adametzky: "Slime mould logical gates: exploring ballistic approach", physics/1005.2301v1
Anmerkung:
Das ist der Autor, der auch vor zwei Jahren die Phototaxis des Schleimpilzes zum Routing ausnutzte (Internet können die Tierchen auch, und wenn es zu weit zur nächsten Haferflocke ist, reiten sie auf einem Roboter hin).

[1] siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Physarum_polycephalum

[2] kein Pilz, sondern Unikonta[3]→Heterokonta→Amoebozoa→Mycetozoa→Myxogastria→Physarida→Physaridae

[3] Unikonta (d.h. Amoebozoa+Heterokonta(=Pilze, Tiere und Kragengeißler)) gehören zwar zusammen, sind aber eventuell nicht monophyletisch, solange nicht absolut ausgeschlossen ist, dass root@eukaryota dazwischen (d.h. beim Pluszeichen) liegt. Ich habe es hier mal mit reingenommen, weil es in älteren Darstellungen so gemacht wird (das sind die, bei denen es 5 eukaryotische Supergruppen gibt - wenn man hier wie üblich trennt, sind es 6 (die beiden, Chromalvoleata (d.h. Wimpertiere, Braunalgen, Malaria und kleines Zeug), Pflanzen (Rotalgen sowie Grünalgen inclusive Landpflanzen) und noch zwei Supergruppen kleines Wuselzeug - siehe Adi et al.[4])

Edit (2011-06-18): Inzwischen geht man davon aus, dass Unikonta monophyletisch sind.  Ein regelmäßig aktualisierter Stammbaum wird auf http://skepticwonder.fieldofscience.com/ gepflegt.

[4] Adi et al., "The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists", J. Eukaryot. Microbiol., 52(5), 2005, p.399, PDF dort frei verfügbar. Inzwischen gibt es noch neueres, aber AFAIK nichtso recht eindeutig.

2010-05-14

Google macht Formeleditor kaputt

Googledocs hatte bis vor kurzem einen fast brauchbaren Formeleditor in Googledocs (erwähnt hier), und nun wollte ich schnell mal an einem LaTeX-freien Rechner ein paar Formeln notieren und sie haben ihn kaputtgemacht und durch ein Caveman-Interface ersetzt. Das wäre kurzzeitig noch zu ertragen, wenn es nicht unmöglich wäre, in einer so einfachen Formel wie

Integral mit Grenzen

nach Eingabe der oberen Integrationsgrenze wieder auf die Grundlinie zu kommen (egal wieviel man runklickt oder cursortastet, man landet vor dem Haken, in einer der beiden Grenzen oder rechts außerhalb des Formelkastens in der Textzeile).

Falls www.latexlab.org (ein Hilfsprojekt, das irgendwie mit google kooperiert (unklar wie eng und wie weit)) sich ordentlich entwickelt, kann man vielleicht damit leben. Allerdings will das globalen Zugriff auf alle googledocs-Files, geht also nur, wenn man dort wie ich nur nichtgeheimes Zeug hat.