2010-05-04

LaTeX-Formeln im Blog

Nach dem vorigen Artikel (Placebo-Zeno-Effekt) kam ich zu dem Schluss, dass es saugt, wenn man zum Eintippen der Formeln zwar Unicode (oder wenigstens den Schnipsel (BMP) davon, den google nicht kaputtgemacht hat) benutzen kann (den Text tippt man in Emacs als UTF-8 mit input-method "TeX"), aber zweidimensionale Formeln gehen eben nicht (abgesehen davon, dass man alles mit <pre> in Courier tippen und manuell einrücken könnte).

Eine Suche nach Lösungen gab im wesentlichen drei Ergebnisse:

1. yourequations

Man soll im Dashboard das hier einfügen

<script> type="text/javascript" src="http://tex.yourequations.com/"></script>

Das dadurch eingebettete JS-File erkennt LaTeX-Quellcode, sendet ihn an den externen Renderserver
http://www.yourequations.com/cgi-bin/mimetex.cgi
und bekommt ein Bitmap zurück.

2. watchmath

Einzubetten ist etwas mehr, siehe Anleitung in http://watchmath.com/vlog/?p=1244, das Prinzip ist dasselbe (das Script ist
http://latexonblogger.googlegroups.com/web/mathtex3.js
und der Renderserver ist
http://www.cyberroadie.org/cgi-bin/mathtex.cgi oder http://mathcache.appspot.com/
).

3. Google-Bordmittel (Chart-API)

Etwas komplizierter, aber angeblich unabhängig von externen Servern (deren Betreiber erstmal Zustimmung zu irgendwelchen Lizenzen verlangen und gelegentlich Probleme mit ihren Hostern kriegen).

Nachteil hiervon: Man muss alles als URL schreiben (<img src="URL"/>) und die URL enthält den Quelltext als GET-Argument.

Die Syntax ist
<img src=URL alt="Alt-Text" title="Title"/>

mit der URL

http://chart.apis.google.com/chart?cht=tx&chl=urlencodeter-Latex-Code

4. Extremversion: Google-Docs


Der Formeleditor von Google-Docs spricht , man schreibt ein Doc dort, gibt es frei und verlinkt es hier. Allerdings gibt das auch nur ein eingebettetes Bitmap (welches z.B. beim Großziehen unscharf wird). Und wenn man diesen Aufwand betreibt, kann man auch gleich ein richtiges Dokument schreiben und den Quelltext hochladen.

1 und 2 habe ich gar nicht erst probiert (ich setze einfach voraus, dass sie funktionieren wie angegeben, will aber nicht von externen Diensten abhängig sein). Variante 3 scheint der beste Kompromiss zu sein. Beachten muss man, dass man alle verdächtigen Zeichen im LaTeX-Quelltext URL-codieren muss (das betrifft hauptsächlich Ampersand=%26, Plus=%2B und Slash=%2f). Größer und Kleiner muss man in Blogger sowieso immer codieren, im normalen Fenster mit &gt; und &gt;, im URL-Code reicht die Verwendung von %3e und %3c.

Abgesehen davon sollte man bei Blogger sowieso immer mal den Quelltext putzen - der Editor fügt da oft sinnlose <span>-Elemente ein, die dann irgendetwas kaputtmachen.

Beispiele (alt="" und title="" sind gesetzt):

sigma3=((1,0),(0,-1))

x<y

1 Kommentar:

Thoralf hat gesagt…

Danke für den Hinweis auf die Formeln (hier: Variante 3).

Die Verwendung von Formeln in Blogger scheint nicht so weit verbreitet zu sein, denn außer Deinem Post fand ich nur noch einen Hinweis zu Wordpress.

Gruß
Thoralf